Papenburger Ökohof jetzt Vorzeigebetrieb

Ems Zeitung; 30.10.2015

SO GEHT MODERNER ÖKOLANDBAU

Papenburger Ökohof jetzt Vorzeigebetrieb

Papenburg. In Deutschland wirtschaften mehr als 23000 Betriebe nach ökologischen Richtlinien. Aus dieser Vielfalt hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 242 Biobetriebe zu Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau ernannt. Darunter ist der Soziale Ökohof St. Josef in Papenburg.

„Wir haben uns für das Netzwerk beworben, weil wir uns aktiv für den Ökolandbau einsetzen wollen“, erklärt Geschäftsführer Dr. Andreas Menger. Die Idee des Netzwerks: Die Türen und Tore dieser Biohöfe, Gärtnereien, Weingüter und Imkereien stehen fast täglich offen. Unter dem Motto „Bio live erleben!“ vermitteln sie in über 3000 Veranstaltungen im Jahr zahlreiche praktische und authentische Informationen über die ökologische Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung.

Auch der Soziale Ökohof zeigt nach vorheriger Absprache Familien, Schulklassen, Vereinen und allen anderen Interessierten, woher die Biolebensmittel kommen. Für Gespräche mit Experten aus der Ernährungs- und Landwirtschaft steht er ebenfalls zur Verfügung. Das geht zu individuell vereinbarten wie auch zu öffentlichen Terminen, wie Führungen, Seminaren, Hoffesten oder Kartoffelaktionen für Kinder.

Das Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau ist ein Projekt des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft. Dieses Programm wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert. Es ist ein wesentlicher Baustein zur Unterstützung der ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft.

Mehr Informationen zu den Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau und aktuellen Terminen: www.demonstrationsbetriebe.de; www.bio-live-erleben.de

5000 Gäste feiern 25-jähriges Jubiläum des Ökohofes

Ems-Zeitung, 8.9.2014

Von Jan-Hendrik Kuntze

Alte Landmaschinen wie dieser Futterhäcksler wurden von den „Kröchenklütkern“ vom Heimatverein Lehe für die Veranstaltung wieder in Gang gesetzt.

Papenburg. Zum 25. Jubiläum lud der Soziale Ökohof St. Josef in Papenburg am Sonntag zu einem „Tag des offenen Hofes“ ein. Mit den zahlreichen Attraktionen für Kinder war das Fest vor allem bei Familien sehr beliebt. Rund 5000 Besucher strömten über den Tag verteilt auf das Gelände.

Begonnen hatte der „Tag des offenen Hofes“ mit einem Gottesdienst – so, wie schon die Feste in den vergangenen Jahren. Pastor Gerrit Weusthof hielt die Messe, in der auch drei Mitarbeiter des Ökohofes für ihre langjähriger Mitarbeit geehrt wurden. Katja Speller, Filiz Lange und Frank Lüttig wurden mit einer Urkunde für ihr zehnjähriges Engagement ausgezeichnet.

Der Vorsitzende des Ökohofes St. Josef, Winfried Nehe, zeigte sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Dass trotz der unzähligen Großveranstaltungen in der Region an diesem Wochenende so viele Menschen den Ökohof besuchten, führte er auch auf die lange Tradition der Veranstaltung des „offenen Hofes“ zurück. „Man kennt uns“, stellte Nehe fest. Sinn und Zweck der Veranstaltung sei es, den Ökohof der Öffentlichkeit vorzustellen.

Der Einladung des Ökohofes folgten zahlreiche Menschen. Gerade für die jüngeren Gäste wurde einiges geboten. Neben einer Hüpfburg nahmen die Kleinen auch das Angebot eines Streichelzoos gerne wahr. Auch alte Trecker und Landmaschinen wurden ausgestellt. Höhepunkt war für viele die Fahrt mit einem alten Einsatzwagen der Feuerwehr Aschendorf. Für Stimmung sorgte der Musikverein Papenburg.

Jung und Alt konnten sich auf der Veranstaltung nicht nur über das aktuelle Angebot des Ökohofes informieren, sondern auch etwas über die Geschichte des Vereins erfahren: Die Chronologie des Hofes wurde mit Farbfotos und Kollagen veranschaulicht. Leckereien vom Grill sowie Kaffee und Kuchen rundeten das Angebot ab.

Sozialer Ökohof feiert 25-jähriges Bestehen

Ems-Zeitung, 03.05.2014

Ex-Minister lobt Vorreiterrolle

Papenburg. Der Soziale Ökohof St. Josef in Papenburg hat am Freitag seinen 25. Geburtstag gefeiert. Zu den Ehrengästen gehörten der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer und der niedersächsische Landtagspräsident Bernd Busemann. Töpfer lobte den Pioniergeist der Papenburger im Ökolandbau.

Der Ex-Bundesminister ging bei seiner Rede besonders auf die Wichtigkeit der nachhaltigen Landwirtschaft ein. „Wir Menschen sind oft in der Versuchung, die langfristigen Auswirkungen des eigenen Handelns zu vergessen. Unsere Entscheidungen werden immer kurzfristiger. Wir sind jedoch verantwortlich für kommende Generationen“, erklärte Töpfer und lobte die ökologische Arbeitsweise des Hofes. „Ich gratuliere, dass der Soziale Ökohof über die ökologische und soziale Marktwirtschaft nicht nur redet, sondern handelt.“

Dies bedeute auch, „Menschen, die es im Leben schwerer gehabt haben“, eine sinnstiftende Arbeit zu geben. „Wirtschaftlichkeit muss immer um eine soziale Komponente ergänzt werden“, so Töpfer.

Busemann zeigte sich begeistert über das Engagement aller Mitglieder und Förderer. „Von hier geht seit 25 Jahren eine Botschaft aus. Man kann gemeinsam viel aufbauen.“ Er wünsche dem Ökohof noch viele weitere erfolgreiche Jahre. Busemann eröffnete zudem eine Bio-Messe, bei der 25 regionale Unternehmen Informationen zu Ökolandbau und Bioprodukten anboten. Im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau Niedersachsen und Bremen sollte die Messe dem Verbraucher die ökologische Landwirtschaft näherbringen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Winfried Nehe begann eine Präsentation der wichtigsten Ereignisse der Ökohof-Geschichte, darunter der Umzug auf das heutige Gelände am Seitenkanal. Geschäftsführer Bernhard Jordan sprach über die Geschichte des Hofes und nannte Sponsoren und Förderer wie Rudolf Evers, der schon in den Anfängen eine der Hallen gespendet habe.

Junges Gemüse

Bürgermeister Jan Peter Bechtluft bedankte sich im Namen der Stadt Papenburg für das langjährige Engagement aller Mitwirkenden. Neben der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderungen widmet sich der Hof mit dem Projekt „Junges Gemüse“ auch Kindern. Vorstandsmitglied Andreas Menger wies bei einer Führung über das Gelände auf die Wichtigkeit eines solchen erlebnispädagogischen Angebots hin: „Kinder sollen die Landwirtschaft wieder interessant finden.“

Bei einem Wortgottesdienst fasste Pastor Gerrit Weusthof die Motivation für das Projekt „Sozialer Ökohof“, bei dessen Gründung er im Jahre 1989 maßgeblich beteiligt war, zusammen: „Es gibt keinen Menschen, der nicht bedeutsam ist.“

Aus Ankara auf den Papenburger Ökohof

Ems-Zeitung vom 25.03.2014

Papenburg. Von der Millionenstadt Ankara ins Emsland haben sich 15 türkische Schüler begeben. Im Rahmen des Austauschprojektes „Umwelt baut Brücken“ besuchten sie mit Schülern des Meppener Gymnasiums Marianum am Dienstag für einen Recherchetag den Sozialen Ökohof St. Josef in Papenburg.

Ziel des Projektes, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wird, ist es, bilaterale Schulpartnerschaften aufzubauen und zu Nachhaltigkeits- und Umweltthemen zu recherchieren und sie journalistisch umzusetzen. Veröffentlicht werden die Projektergebnisse in türkischen und deutschen Zeitungen, so auch in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das Marianum sowie die türkische Privatschule TED gehören zu den je zehn deutschen und türkischen Schulen, die bundesweit ausgewählt wurden. Bereits vor einigen Wochen hatten die Meppener Gymnasiasten ihre Gastschüler in Ankara besucht und sich laut Lehrer Michael Fuest mit den ökologischen Problemen des dortigen Mogan-Sees beschäftigt.

Seit Freitag bereisen jetzt die insgesamt 30 deutschen und türkischen Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern das Emsland. „Hier ist alles so grün und entspannt – die deutsche Kultur kann man im Emsland besser erleben als in den großen Städten“, berichtete Schülerin Yagmur Ugur von ihren Eindrücken. Ezgi Istemi stimmte ihr zu: „Die Menschen hier sind sehr naturbewusst.“ Auf dem Ökohof kamen die Schüler auch in Kontakt mit den Mitarbeitern der Einrichtung und informierten sich über Themen wie die Tierhaltung und den Gemüseanbau. Sprachliche Schwierigkeiten gab es dabei keine, wie Deutschlehrerin Pinar Uslu erzählte: „Deutsch oder Französisch sind in der Türkei Pflichtfächer an allen Privatschulen und an den staatlichen Gymnasien.“ Etwa 90 Prozent der 6000 TED-Schüler wählten Deutsch, berichtete Uslu. Das liege unter anderem auch an den guten Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland.

Biobrot aus dem Backhaus des Ökohofs in Papenburg

Papenburg. Beim Besuch des Sozialen Ökohofs St. Josef in Papenburg wird den Gästen künftig nicht nur das Aroma von reifen Tomaten und würzigen Kräutern in die Nase steigen, sondern auch der Duft von frisch gebackenem Brot.

Das neue Backhaus ist im Beisein des Vorstandes sowie der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter von Weihbischof Johannes Wübbe feierlich eingeweiht worden. Ziel sei, das Backhaus pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum des Vereins, am 2. Mai, erstmals „richtig“ in Betrieb zu nehmen, erklärte Vorsitzender Winfried Nehe am Rande der kleinen Feierstunde.

Bis dahin sollen alle Restarbeiten an dem neuen Gebäude abgeschlossen sein. So wartet das kleine Fachwerkhaus derzeit noch auf einen Schornstein sowie den Einbau des Ofens. Während der sogenannte Schamotteofen, in dem bis zu zwölf Brotlaibe gleichzeitig Platz haben, kommende Woche eingesetzt werden soll, erhalten die Mitarbeiter bereits in dieser Woche eine erste Einführung in die Kunst des Backens durch einen Mann vom Fach, so Nehe. Um das Backhaus am Laufen zu halten, hofft der Vereinschef auch auf die Mithilfe von Ehrenamtlichen. Nehe: „Davon lebt ein Verein wie unserer.“

Produziert werden soll das Biobrot zunächst nur für den Eigenbedarf. Auch Besuchergruppen sollen das Backhaus nutzen können, um beim gemeinsamen Backen den Alltagsstress hinter sich zu lassen und miteinander ins Gespräch kommen. „Ob wir das Brot später auch verkaufen, wissen wir noch nicht. Wir wollen erst mal sehen, wie es anläuft“, sagte Nehe.

Mit der Verwirklichung des Projektes zeige sich deutlich, dass der Verein noch lange nicht am Ziel seiner Arbeit sei, sich aber auf einem guten Weg befinde, bilanzierte der Vorsitzende. Einen besonderen Dank richtete er an den Ehrenvorsitzenden und Initiator des Projektes, Heinz-Wilhelm Blohm, sowie an Vereinsmitglied Günther Schomaker, die das Backhaus größtenteils in Eigenleistung errichtet hatten. Auch an der Finanzierung ist Blohm maßgeblich beteiligt. „Ich habe zu meinem 75. Geburtstag darum gebeten, von persönlichen Geschenken Abstand zu nehmen und stattdessen zu spenden“, so Blohm. 3500 Euro seien auf diese Weise zusammengekommen. Die Kosten, die nach der Fertigstellung nicht durch die Gelder von Sponsoren gedeckt werden können, wolle er übernehmen, so der ehemalige Vorsitzende. Wie hoch diese ausfallen, sei noch nicht absehbar. „Die Materialkosten allein belaufen sich auf rund 10000 Euro“, sagte Blohm.

Im Anschluss an die feierliche Einweihung nutzte Weihbischof Wübbe die Gelegenheit zu einem Gespräch mit den Mitarbeitern. „Heute sollen vor allem die Teilnehmer aus dem Hauswirtschaftsbereich zu Wort kommen, weil sie sonst immer im Hintergrund stehen“, sagte Geschäftsführer Bernhard Jordan. Hauswirtschafterin sei ein klassischer Frauenberuf, und Frauen mit Einschränkungen hätten es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer, fügte Vorstandsmitglied Andreas Menger an.

Menschen fänden auf dem Sozialen Ökohof einen Ort, der es ihnen ermögliche, sich selbst zu entdecken und an sich zu glauben, gemeinsam zu leben und zu arbeiten, würdigte Weihbischof Wübbe die Arbeit des Vereins.